Denkmalpflegerische Umgestaltung der Synagoge Roonstrasse, Köln

Die Synagoge Roonstrasse in Köln wurde ursprünglich 1899 im Rahmen der damaligen Stadterweiterung ausserhalb der mittelalterlichen Stadtmauern, als zweite grosse Hauptsynagoge der Stadt errichtet.

Der vom Kölner Architekturbüro Schreiterer & Below geplante Bau ist im neuromanischen Stil gehalten, und war im Innenraum mit einer orientalisierenden Ornamentik reich geschmückt. Während des Novemberpogrom 1938 von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt, erlitt das Gebäude im zweiten Weltkrieg weitere Bombenschäden, blieb jedoch – als eine von ganz wenigen Synagogenbauten Deutschlands dieser Grösse – erhalten. Nach dem Krieg wurde er vom Architekten Helmut Goldschmidt umgebaut und 1959 als erster grosser Synagogenbau in Deutschland neu eingeweiht. Die Synagoge Roonstrasse ist als eines der wichtigsten Synagogenbauten Deutschlands anerkannt und steht unter Denkmalschutz.

In den kommenden Jahren soll das Gebäude umfassend saniert und behutsam umgestaltet werden. Neben einer grundlegenden technischen Erneuerung erfolgen gestalterische und funktionale Maßnahmen, wie die Neuorganisation des Eingangsbereichs, die Umgestaltung des Gemeindesaals und – als Herzstück des Gebäudes – des Synagogensaals. Darüber hinaus ist eine bauphysikalische und gestalterische Ertüchtigung der Gebäudehülle geplant, die Fenster und Fassade, sowie die Dachkonstruktion und -Eindeckung umfasst.

Manuel Herz Architekten wurden in Partnerschaft mit dem lokalen Büro Schilling Architekten als Architekten für das Projekt, nach einer europaweiten Ausschreibung gemäß der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (Vergabeverordnung – VgV) beauftragt. Ziel der architektonischen Bearbeitung ist weder eine Rekonstruktion des Zustands von 1899 noch des Umbaus von 1959. Vielmehr soll das Gebäude um eine neue, dritte Zeitschicht ergänzt werden, die sich auf seine Geschichte bezieht und zugleich an gezielten Stellen eine eigenständige zeitgenössische Haltung einfügt. Die Ausführung ist, soweit möglich, im laufenden Betrieb vorgesehen. Die Fertigstellung wird für 2029 / 2030 erwartet.

Bauherrin:                                                        Synagogen-Gemeinde Köln

Projektsteuerung:                                          WOLF R. SCHLÜNZ – PROJEKTE, Bonn

Architekt:                                                         Manuel Herz Architekten, Basel mit Schilling Architekten, Köln

Tragwerksplanung:                                         Finck-Billen, Köln

TA Planung HLS:                                             TEPMA Engineering, Borken

TA Planung Elektro:                                       Müller & Bleher, Darmstadt

Bauphysik:                                                       ISRW Klapdor, Düsseldorf

Brandschutz:                                                   Pirlet & Partner, Köln